Cosycooking

Chilis und eine längst fällige Salsa de Ají

Vor ziemlich genau 7 Monaten, im vergangenen Februar habe ich auf CC vom Start meiner ersten Chilizucht berichtet und dabei die Hoffnung geäussert, dass ich im Spätsommer eine gute Ernte einfahren kann. Nun, es hat funktioniert. Ich habe meine Pflanzen gehegt und gepflegt, sie im Frühling ständig auf den Balkon und wieder in die Wohnung getragen um sie vor den noch kühlen Temperaturen zu schützen. Diese Phase dauerte 2013 ziemlich lange. Erst Mitte Juni stabilisierte sich das Wetter und die Pflanzen durften nach der Rückkehr aus Niederösterreich endgültig auf den Balkon ziehen. Vor 2, 3 Wochen konnte ich die ersten Cayenne- und jetzt die Serrano-Chilis ernten. Auf einer Schärfe-Scala von 10 werden Cayennes mit 8 und Serranos mit 6 klassifiziert.

Jene Chilis, die ich bei den ersten warmen Temperaturen angefangen hatte auf den Balkon zu stellen um sie an die Sonne zu gewöhnen, waren dann jene, die eher klein blieben, als jene die erst Mitte Juni an die frische Luft gesetzt wurden. Dafür hatten sie letztendlich eben so viele Blüten und Früchte wie die anderen. Ich als absolute Chili-Novizin hatte mich auf der Website vom Chilibalkon informiert und mir viele Tipps geholt. An die angegebene Zusammensetzung der Erde aus Blumenerde, Gartenerde, Sand, Urgesteinsmehl, Dolomit und Kompost habe ich mich nicht ganz gehalten. Dolomit war hier nicht zu bekommen und Kompost hatte ich ebenfalls keinen. Nachdem die ersten Blüten abgefallen waren, habe ich einen Kamillenauszug gespritzt um die Blütenbildung wieder anzuregen. In der Blütephase hatten sich für kurze Zeit Läuse auf den Pflanzen breit gemacht. Die habe ich mit einem Sud aus Kapuzinerkresseblätter erfolgreich bekämpft. Ausser regelmässigem Giessen war keine weitere Pflege notwendig.

Was habe ich mit den Chilis gemacht? Die ersten Cayenne-Chilis habe ich mit einem Sternchenzwirn aufgefädelt und zum Trocknen auf dem Balkon zwischen zwei Pfosten aufgehängt. Die Sonne hat ihren Job gut erledigt. Um die letzte Feuchtigkeit aus ihnen herauszuholen, kamen sie zum Schluss noch einige Zeit bei 70°C Umluft in den Backofen. Diese Chilis bewahre ich in einem Glas auf und werde sie zum Würzen verwenden. Einen weiteren Teil habe ich halbiert, entkernt und ebenfalls im Ofen getrocknet. Mit diesen habe ich Chili-Öl Beijing Style nach dem Rezept von Katharina gemacht. Auf die Verwendung des Öls freue ich mich jetzt schon sehr. Aktuell hängen noch etwa 20 Cayennes an den Sträuchern. Harissa und einige Varianten verschiedener Salsas stehen noch auf meinem Programm, den Rest werde ich einfrieren und bei Bedarf verwenden.

Die Serrano-Chilis sind erst die letzten Tage reif geworden. Der Grund, weshalb ich sie angebaut habe? Ich wollte nach vielen Jahren wieder eine authentische Salsa de Ají auf meinem Tisch. Ajíes sind Würzsaucen die vor allem in Ecuador, Peru und Bolivien bei jeder Mahlzeit auf dem Tisch stehen. Sie werden u.a. mit scharfen Chilis gemacht. Während meines Jahres in Ecuador Mitte der 90er Jahr, gab es nicht ein Lokal - einfache wie gehobenere gleichermassen - wo nicht immer eine kleine Schale Ají auf dem Tisch stand - gemacht aus Zwiebeln, Tomaten, Limettensaft, Koriander, Salz und eben Serrano-Chilis. Somit hat jeder die Möglichkeit, die Schärfe seines Essens selbst zu bestimmen. Man isst Ají zu allem - Salaten, Eierspeisen, Suppen. Es gibt jedem Gericht eine wunderbare Note und Schärfe.

SALSA DE AJI AUS ECUADOR  - Rezeptquelle: Gran Cocina Latina von Maricel Presilla

Zutaten

  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Esslöffel Salz
  • 170 Gramm Tomaten - bei mir waren das 3 mittelgrosse
  • 2 frische Serrano ODER Cayenne Chilis
  • Saft von 1 - 2 Limetten
  • frisches Korianderkraut

  1. Rote Zwiebel schälen und fein hacken
  2. Mit dem Salz vermischen und 5 Minuten stehen lassen
  3. Die Zwiebel-Salz Mischung mit kochend heissem Wasser übergiessen und ca. 10 Minuten stehen lassen
  4. Tomaten entkernen und in feine Würfel schneiden
  5. Chilis entkernen und in feine Würfel schneiden
  6. Das Wasser der Zwiebel-Salz Mischung abgiessen, trockentupfen und mit den Tomaten, Chilis, dem Limettensaft und dem fein geschnittenen Korianderkraut vermischen
  7. Mit Salz abschmecken

Ají schmeckt am Besten frisch, kann aber auch ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. 

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Kommentare

  1. Franziska
    28.10.2013

    Hui - das sieht ja höllisch scharf aus! Aber auch höllisch lecker :-)

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