Cosycooking

Herb und süss - Preiselbeermarmelade mit karamellisiertem Zucker

Die Preiselbeersammlerei vom Sonntag vor zwei Wochen hatte Nachwehen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Wie lange kann ein heftiger Oberschenkelmuskelkater hervorgerufen durch ständige Bewegungswechsel in unwegsamen Gelände andauern? Wenn ihr mich fragt, für meinen Geschmack viel zu lange. Ich führe das nicht auf mangelnde Fitness, sondern auf die Beanspruchung mir bis dato unbekannter Muskelgruppen zurück. Die Verarbeitung eines Teils der Früchte letzte Woche hat mich dennoch versöhnlich gestimmt.

Die Preiselbeeren habe ich am Tag nach dem Sammeln gewaschen, verlesen und ohne weitere Umwege in den Kälte-Tiefschlaf geschickt. Somit habe ich die Freiheit wann immer ich möchte das zu machen auf was ich gerade Lust habe. Letzte Woche war das Preiselbeermarmelade. Wir hatten für Samstag ein Stück Hirschrücken gekauft, als Beilage gab es Schupfnudeln und was passt dazu besser als Preiselbeermarmelade? Eben. Bei der Marmelade habe ich etwas Neues ausprobiert und die rohen, aufgetauten Beeren in karamellisierten Zucker eingerührt. Zuerst zischt es ganz furchtbar und gewaltig und schlussendlich gehen Karamell und Beeren eine überaus wohlschmeckende Liaison ein. Beim Erhitzen des Zuckers muss man darauf achten, dass er nicht zu dunkel wird und nach dem Einrühren der Beeren muss man bei kleiner Flamme noch weiterrühren bis sich das Karamell ganz aufgelöst hat. Wenn man das beachtet, ist es eine sehr schnelle und einfache Art Preiselbeeren glasfertig zu machen. Ich finde den Geschmack der Preiselbeer-Marmelade köstlich. Das Verhältnis von süss und herb ist sehr ausgewogen. Man schmeckt die Frucht und kleistert sie nicht mit Zuckergeschmack zu. Genauso mag ich es.

Wir hatten insgesamt 4.5 kg gesammelt. Einen Teil der Preiselbeeren werde ich wenn es die Zeit erlaubt süss-sauer einlegen. Der Grossteil wir wahrscheinlich als Marmelade zu Wild, in süssen Nachspeisen und im morgendlichen Müesli enden. Die Preiselbeersaison geht noch bis in den November hinein. Die Preiselbeerstauden kommen hauptsächlich in Kieferwälder oder Mooren vor und sollte auf keinen Fall mit der giftigen Kahlen Rosmarinheide verwechselt werden!

PREISELBEERMARMELADE - Rezeptquelle: eigenes Rezept

Zutaten

  • 100 % Preiselbeeren
  • 50 % Rohrohrzucker

 

Das waren bei mir 200 Gramm Preiselbeeren und 100 Gramm Rohrohrzucker

  1. Preiselbeeren in einer Schüssel mit einem grossen Löffel oder Schöpfer etwas zerstampfen. Es sollten aber noch ganze Preiselbeeren übrig sein.
  2. Zucker in eine Pfanne mit grossem Boden geben. Der Zucker sollte so breit wie möglich verteilt sein, damit er gleichmässig erhitzt wird.
  3. bei mittlerer Hitze den Zucker langsam karmellisieren, bis er mittelbraun ist.
  4. Preiselbeeren dazugeben und bei kleiner Hitze so lange rühren, bis das Karamell vollständig aufgelöst ist. Das dauert ein paar Minuten.

 

Preiselbeermarmelade passt ausgezeichnet zu Wild, Wiener Schnitzel und Süssspeisen, wie z.b. Kaiserschmarren. Ich mag sie ganz besonders auf Zopfbrot mit Butter.
In Preiselbeeren ist ein hoher Anteil an Benzoesäure enthalten. Dadurch sind sie auch mit wenig Zucker haltbar und können sogar roh verarbeitet werden.

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Kommentare

  1. Micha
    30.09.2012

    Ich liebe Preiselbeermarmelade - auch zu Sauerbraten oderoder...
    Selbstgemachte durfte ich noch nie kosten!

  2. Birgit
    30.09.2012

    @Micha: Wir hatten vor 3 Jahren das letzte Mal gesammelt und damals die Preiselbeermarmelade wie einen Schatz gehütet. Dieses Mal werden wir grosszügiger sein und sie auch nicht nur zu Wild essen. Bei gibt es wahrscheinlich ja gar keine Preiselbeeren?!?!

  3. multikulinaria
    25.10.2012

    Mensch Preiselbeeren! Auf deinen Fotos sehen die kleinen roten herben Beeren so verlockend aus. Muss ich glatt mal in den nahe gelegenen Wald radeln und Ausschau halten. Wie groß ist denn die Verwechslungsgefahr? Wenn die Sträucher wie Heidelbeersträucher aussehen, sinds die Richtigen, stimmt's?

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