Cosycooking

Sonnentor - Teil 2 plus ein Zucchinikuchen

Nach dem ersten Tag bei Sonnentor, folgte am nächsten Tag bei herrlichstem Sommerwetter der Besuch bei drei Lieferanten der Firma - bei drei mit dem Waldviertel tief verwurzelten Bauernfamilien, die von Beginn an Sonnentor mit ihren biologisch angebauten Kräutern beliefern. Wo die Leidenschaft für ihre Arbeit so gross ist, dass bei allen bereits die nächste Generation den Betrieb übernommen hat. Wie wir heraushören, ebenfalls mit der notwendigen Portion Begeisterung für die Sache und die Produkte. Mit ihrer kompromisslosen Überzeugung für das was sie tun beeindrucken sie mich.

Als erstes machen wir auf dem Kräuterhof von Bauer Kainz Halt. Auf 2 Hektar werden hier unter anderem Hanf, Malvenblüten und Korn- und Ringblumen angebaut. Ein kleiner, überschaubarer Betrieb. Bei unserer Ankunft sind an einem kleinen Tisch vor einer Scheune drei Frauen damit beschäftigt Hanfblätter von den Stielen zu zupfen. Bauer Kainz führt uns zu seinen Feldern. Hier wachsen prächtige Kornblumen, knallorange Ringelblumen, tiefviolette Malven. Für Kräuterbegeisterte und Blumenliebhaber ein Paradies! Als wir zu unserem Ausgangspunkt zurückkommen, haben die drei Frauen ihre Arbeit an dem kleinen Tischchen beendet und pflücken bereits wieder auf dem Feld - blaue Kornblumen.

Bauer Kainz führt uns zum Trocknungsraum. Nicht ohne Stolz, wurde doch die Anlage von ihm in Eigenregie gebaut. Die Blüten werden in grosse Behälter aus Holz gefüllt und ausgebreitet. Mittels Ventilatoren wird warme Luft zugeführt und so die Blüten getrocknet. Dieser Duft! Trotzdem sind wir froh, wieder nach draussen zu kommen, so warm ist es. Auf dem Hof von Bauer Kainz wird unter anderem der "Alles Liebe" Tee direkt in die Originalverpackung abgefüllt.

Der Hof der Familie Bauer ist unser nächstes Ziel. Frau Bauer die Seniorchefin nimmt uns in Empfang. Sie ist eine Frau, die trotz zahlreicher Schicksalsschläge ihren Humor nicht zu verloren hat. So scheint es. Was für ein Energiebündel! Mit ihrem Mann hatte sie Ende der 1980er Jahre begonnen die Landwirtschaft auf Bio-Kräuteranbau umzustellen, weil Johannes Gutmann sie in Gesprächen von seiner Idee und Sache überzeugt hat. Nicht alle im Dorf haben das verstanden und haben es die Neo-Kräuterbauern mächtig spüren lassen. Die Zeit hat ihnen Recht gegeben. Heute führt einer der Söhne den Betrieb und das Lebenswerk der Familie weiter. Pro Jahr werden auf 10 Hektar ca. 150'000 Kräuterstecklinge in die Erde gesetzt. Frau Bauer führt uns in eine Halle, wo uns ihr Sohn den Maschinenpark zeigt und erläutert. In Eigenregie wurden unter anderem bestehende Maschinen für die speziellen Bedürfnisse des Kräuteranbaus adaptiert. Hinter einer weiteren Scheune befindet sich der Schaugarten mit vielen verschiedenen Kräutern und Beerensträuchern. Die Stachelbeeren schmecken vorzüglich. Bauer's haben einen kleinen Hofladen, wo sie nicht nur eigene, sondern auch regionale Produkte diverser Hersteller verkaufen. Dort bekommen wir zum Abschluss und zur weiteren Wegstärkung ein selbstgebranntes Schnapserl. Von den Bauer's verabschieden wir uns ziemlich beeindruckt, was neben dem was sie in den letzten 20 Jahren aufgebaut haben, auch an der Wortgewalt und Energie von Frau Bauer liegen mag.Den dritten und letzten Halt machen wir bei Familie Zach. 300'000 Stecklinge werden pro Jahr gesetzt. Auch dort hat bereits die nächste Generation den Betrieb übernommen. Wir besichtigen die imposante Trocknungsanlage für die Kräuter, die erst kürzlich in einer riesigen Halle eingebaut wurde. Ursprünglich für die Trocknung von Hopfen konzipiert, wurde sie bei der Familie Zach für die Kräutertrocknung umgebaut. Aufgrund der hohen Kosten sicher ein mutiger Schritt - aber auch notwendig um mit dem Wachstum von Sonnentor Schritt halten zu können. Nach dem Hofrundgang spazieren wir zu den umliegenden Feldern. Die Ernte der knallorangen Ringelblumen ist gerade in vollem Gange. Die Zeit vergeht wie im Flug und mit Verspätung machen wir uns auf die stundenlange Heimreise. Genug Zeit, um die beiden Tage innerlich Revue passieren zu lassen.


Mein persönliches Fazit: die Betriebsbesichtigung bei Sonnentor am ersten Tag, hatte bei mir ein zwiespältiges Gefühl hinterlassen. Ich hatte mir einen kleinen Betrieb vorgestellt, der im beschaulichen niederösterreichischen Waldviertel seine Produkte herstellt. Zwar international ausgerichtet, schliesslich wird in über 40 Länder exportiert, aber die Grösse war für mich eine Herausforderung, hatte sie natürlich nichts mit meiner romantischen Vorstellung zu tun. Im Gegenteil. Zeitgeistig und eine perfekte Marketingmaschinerie von A - Z. Das Bild der drei Frauen, die bei Bauer Kainz die Hanfblätter pflückten, hat dieses Bild wieder zurechtgerückt. Beeindruckt hat mich der Aufwand der für die Ernte der Kräuter und Blumen notwendig ist. Alles wird von Hand geerntet und das ist aufwändig und zeitintensiv. Beeindruckt war ich auch von der Begeisterung und Hingabe, mit denen die Bauern und die Mitarbeiter hinter den Produkten von Sonnentor stehen, deren Philosophie mittragen und auch selber leben. Wenn ich zukünftig ein Sonnentor-Produkt in den Händen halte, weiss ich, welcher Aufwand dahintersteckt. Das rechtfertigt den doch relativ hohen Preis.

Bei Familie Bauer haben wir zur Verabschiedung nicht nur ein Schnapserl, sondern auch noch einen Zucchinikuchen zur Stärkung bekommen. Er war locker, saftig und hat ausgezeichnet gemundet. Nach meiner Heimkehr habe ich das Rezept per E-Mail angefragt und auch prompt bekommen. Vielen Dank!

Ich habe es etwas abgeändert, weil mir die Zuckermenge zu hoch war. Einen Teil habe ich durch Akazienhonig ersetzt. Meine Version wurde deshalb wohl auch nicht so locker. Geschmeckt hat er trotzdem.

ZUCCHINIKUCHEN (Quelle: Frau Bauer)

Zutaten für eine Kastenform

  • 4 ganze Eier
  • 160 Gramm Akazienhonig
  • 90 Gramm Vollrohrzucker
  • 1/8 Liter Sonnenblumenöl
  • 500 Gramm grob geraspelte Zucchini
  • 420 Gramm Mehl
  • 1 Teelöffel Zimt
  • 1/2 Teelöffel Vanille
  • 15 Gramm Backpulver
  • 100 Gramm gemahlene Haselnüsse
  • etwas Butter für die Form

 

  1. Backofen auf 180° Celsius vorheizen
  2. Kastenform
  3. Mehl mit Zimt, Vanille, Backpulver und den Haselnüssen vermischen
  4. Eier, Akazienhonig und Vollrohrzucker schaumig rühren
  5. Öl langsam mit dem Mixer einrühren
  6. geraspelte Zucchini mit den schaumig gerührten Eier vermischen
  7. die trockenen Zutaten vorsichtig unterrühren
  8. Masse in die Kastenform füllen und bei 180°C ca. 40 - 45 Minuten backen (je nach Backrohr unterschiedlich)
  9. optional: Johannisbeermarmelade und Schokoladeglasur

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Kommentare

  1. Catha
    12.09.2013

    Hi,
    Klingt unglaublich lecker das Rezept! Bin eh schon länger auf der Suche nach einem Zucchinikuchenrezept...und das hier spricht mich genau an!
    Kann ich die Honig-Menge 1:1 durch Zucker ersetzen (also insgesamt 250g Zucker)?
    Vielen Dank & liebe Grüße aus
    cathaskueche.wordpress.com

  2. Birgit
    12.09.2013

    @Catha: Kein Problem. Im Originalrezept wird Zucker verwendet. Gutes Gelingen!

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