Cosycooking

Gasthof Krone in Hittisau - ein Geburtstagsessen im Bregenzerwald

Bei uns ist auswärts Essen eher die Ausnahme. Aus einem ganz simplen Grund. Wir beide - mein Mitbewohner und ich - kochen leidenschaftlich gern zu Hause. Es macht Spass zu planen, einzukaufen und dann gemeinsam zu kochen. Im Urlaub oder zu besonderen Anlässen, suchen wir uns aber mit Freude entdeckenswerte Orte des Genusses aus. Die Konsequenz daraus: aufgrund der geringen Frequenz, sind diese Auswärtsspiele für uns (fast) immer etwas Besonderes.

Zukünftig werde ich übrigens diese entdeckenswerten Orte des Genusses, z.B. Reviews von Restaurants und alles andere was mit Essen zusammenhängt aber rezeptlos daherkommt, in einer eigenen Überkategorie namens Genuss & Geographie ablegen. Zukünftig heisst, wahrscheinlich noch diese Woche. In ein paar Tagen wird mein Blog umziehen und ein neues, frisches und vor allem übersichtliches und kompletteres Layout bekommen!

Kurz vor unserer Abreise in den Urlaub nach Italien, haben wir den Geburtstag des Mitbewohners im Gasthof Krone in Hittisau im Bregenzerwald gefeiert. Der Bregenzerwald ist für mich eine besondere Vorarlberger Talschaft. Die Talschaft meiner Kindheit. Auch wenn ich nicht direkt dort aufgewachsen bin, die Freizeitaktivitäten unserer Familie haben sich fast ausschliesslich im Bregenzerwald abgespielt - Skifahren im Winter, wandern im Sommer. Und bevor es zurück nach Hause ging, wurde immer irgendwo eingekehrt, etwas getrunken und eine Kleinigkeit gegessen. Im Gasthaus Krone in Hittisau, bin ich deshalb wohl schon als Kind öfters gesessen.

Das letzte Mal war ich vor ein paar Jahren zum Essen in der Krone. Von damals in Erinnerung geblieben sind mir die kleine Karte - von Vorspeise, Hauptgang und Dessert gab es nur ca. 4 - 5 zur Auswahl - und die konsequente Einbindung und Verwendung regionaler, d.h. Bregenzerwälder Produkte, wie z.B. Käse oder Fleisch. Damals war es ein wunderbarer lauer Sommerabend auf dem Balkon des 170 Jahre alten Gebäudes, mit Blick auf den Dorfbrunnen und auf die für das Dorf wohl etwas zu gross geratene Kirche. Dieses Mal wurde mein Schönwetterwunsch glücklicherweise ebenfalls erhört und wir konnten bis zum Dessert auf dem Balkon sitzen bleiben.

Den Abend starteten wir mit einem Aperitif - für mich gab es Sekt mit Marillenmark aus der Wachau. Eine fein-fruchtige Kombination. Bei der Vorspeise hat uns beide das Vitello Tonnato angesprochen. Das Kalbfleisch war perfekt auf den Punkt gegart. Garniert mit Limetten und Dill. Ungewöhnliche aber tolle Kombination. Auch die allerletzten Reste haben wir mit Brot aufgetunkt, so fein war die Thunfischsauce.

Mein Mitbewohner hat sich als Hauptgang ein Wiener Schnitzel bestellt und dazu ganz unklassisch Rosmarin-Rösti gewählt. Das Fleisch vorzüglich und die Panier in der richtigen Konsistenz. In den Wochen danach, habe ich nicht nur einmal von ihm zu hören bekommen, dass wir unbedingt so eine Rösti machen müssen. So gut hat sie ihm geschmeckt. Auch ich hatte die Rösti als Beilage gewählt. Superkross aussen, innen gerade richtig durch und mit einem Hauch von Rosmarin abgeschmeckt. Bei mir kam zum Hauptgang ein Steak vom Bregenzerwälder Kalb auf den Teller. Obwohl medium bestellt, war es einen Tick zu lange auf dem Grill. Die Qualität des Fleisches und der Geschmack waren aber tadellos. Das Gemüse - Zuckerschoten und Favabohnen - ebenso.

Zum Dessert hat sich mein Mitbewohner für einen weiteren österreichischen Klassiker entschieden - Kaiserschmarren. Das dieses Gericht in Österreich weniger Dessert und mehr Hauptgang ist, war wahrscheinlich auch beim Koch geistig noch so verinnerlicht. Die Portion war immens und auch für meinen immerhungrigen Mitbewohner nicht zu schaffen. Trotz meiner kräftigen Mithilfe blieb etwas auf dem Teller übrig. Die Konsistenz war locker und der Geschmack fein vanillig.

Weisse Schokolade mag ich eigentlich gar nicht. Sie ist mir zu süss und es haftet der Nimbus des industriell-chemischen daran. Vielleicht weiss ich nur nicht, dass es weisse Schokolade in guter Qualität gibt? In einer Kurzschlussreaktion und weil ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich die Variation von der Schokolade gewählt. Zu Beginn überhaupt nicht, wurde es gegen Ende immer süsser und süsser. Mousse von der dunklen Schokolade und Crème Brulée von der dunklen Schokolade waren trotzdem köstlich, da die Aromen perfekt harmonierten.

Bleibt noch ein kurzer Blick auf unsere Weinwahl. Wir sind beide Fans von Merlotweinen und haben uns für diesen von Birgit Braunstein aus dem Burgenland entschieden. Eine tolle Wahl!

Fazit: das Gasthaus Krone ist für mich immer einen Besuch wert. Nicht nur für Genusshungrige, sondern auch für Architekturinteressierte empfehlenswert. Ich hoffe, dass ich bis zu meinem nächsten Besuch nicht wieder Jahre warten muss, sondern in Monaten rechnen kann.

Gasthof Krone, Am Platz 185, A-6952 Hittisau, Tel.: +43 (0) 5513 6201, gasthof@krone-hittisau.at

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